Ratgeber
Fernumzug planen: der Zeitplan
Ein Fernumzug lässt sich in etwa acht Wochen ohne Hektik vorbereiten. Der Zeitplan hängt an zwei Terminen, die früh feststehen müssen: der Kündigungsfrist der alten Wohnung und dem Tag, an dem der Wagen fährt. Alles andere, von den Angeboten über die Halteverbotszone bis zur Ummeldung, ordnet sich diesen beiden unter.
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Adressen, Etagen und Wunschtermin genügen. Sie erhalten die Antwort am selben Werktag, telefonisch erreichen Sie uns unter 030 754367319.
Ratgeber in Stichpunkten
Der Zeitplan von acht Wochen vorher bis zur Schlüsselübergabe.
- Acht Wochen Vorlauf reichen für eine ruhige Planung
- Halteverbotszone an beiden Enden der Strecke einplanen
- Zählerstände und Übergabeprotokoll am Umzugstag
- Nachsendeauftrag greift ab dem Umzugstag
Acht Wochen vorher: die zwei festen Termine
Am Anfang stehen keine Kartons, sondern zwei Daten. Das erste ist der Tag, an dem die alte Wohnung übergeben wird, und der ergibt sich aus der Kündigungsfrist Ihres Mietvertrags. Bei Wohnraum sind drei Monate der übliche Rahmen, im Zweifel steht die Frist im Vertrag. Das zweite Datum ist der Beginn des neuen Mietverhältnisses. Zwischen beiden liegt idealerweise eine Woche Überschneidung, weil sich damit fast jedes Problem am Umzugstag entschärfen lässt.
Lässt sich diese Überschneidung nicht organisieren, brauchen Sie eine Zwischenlösung. Eine Einlagerung überbrückt die Lücke: Wir holen ab, lagern trocken ein und stellen zum Wunschtermin zu. Das ist bei einem Fernumzug öfter der Fall, als man denkt, weil in der neuen Stadt selten alles auf den Tag genau passt.
- Kündigungsfrist im alten Mietvertrag nachlesen und die Kündigung schriftlich versenden
- Zugang der Kündigung sichern, per Einschreiben oder mit Empfangsbestätigung
- Übergabetermin der alten Wohnung notieren und den Einzugstermin daneben legen
- Umzugstag festlegen, möglichst nicht auf einen Monatsletzten
- Bei einer Lücke zwischen beiden Terminen frühzeitig eine Einlagerung anfragen
- Urlaub für den Umzugstag und den Tag danach beantragen
Sechs Wochen vorher: Angebote und Besichtigung
Jetzt geht es um den Preis, und zwar bevor die Termine knapp werden. Holen Sie zwei bis drei Angebote ein und lassen Sie sich jedes davon nach einer Besichtigung schriftlich geben. Angebote, die ohne Besichtigung am Telefon entstehen, sind nicht vergleichbar, weil niemand weiß, ob dieselbe Menge gemeint ist.
Beim Vergleich zählt nicht die Endsumme allein, sondern was darin enthalten ist. Prüfen Sie, ob Halteverbotszone, Demontage und Montage, Verpackungsmaterial, Etagenzuschläge und die Rückgabe des Materials aufgeführt sind. Ein günstiger Grundpreis mit fünf offenen Posten ist am Ende teurer als ein vollständiges Angebot.
In dieser Phase fällt auch die Entscheidung zwischen Komplettumzug und Beiladung. Bei einem vollen Hausstand mit festem Übergabetermin führt kein Weg am eigenen Fahrzeug vorbei. Wer dagegen wenig mitnimmt und beim Termin ein Zeitfenster von einigen Tagen zulassen kann, fährt mit einer Beiladung spürbar günstiger. Beide Varianten rechnen wir nach der Besichtigung durch, damit Sie die Differenz sehen und nicht schätzen müssen.
- Zwei bis drei Anbieter anfragen und jeweils eine Besichtigung vereinbaren
- Bei der Besichtigung Keller, Dachboden und Balkon mitzeigen, nicht nur die Zimmer
- Angebote nebeneinanderlegen und Position für Position vergleichen
- Entscheiden, ob Komplettumzug oder Beiladung besser passt
- Auftrag schriftlich bestätigen und den Termin fest verabreden
- Klären, wer Möbel abbaut und wer wieder aufbaut
Vier Wochen vorher: Material, Ämter, Halteverbot
Ab hier wird es konkret. Kartons müssen im Haus sein, bevor gepackt wird, und das Packen dauert bei jedem länger als geplant. Wer mietet, gibt die Kartons nach dem Umzug zurück und hat sie nicht monatelang im Keller stehen.
Parallel läuft der Papierkram. Die Halteverbotszone gehört an beide Enden der Strecke, nicht nur vor die alte Wohnung. Am Zielort ist sie oft wichtiger, weil Sie die Straße dort nicht kennen und nicht wissen, wie eng es zur Mittagszeit wird. Wir kümmern uns um Antrag, Schilder und Abholung, brauchen dafür aber Vorlauf.
- Kartons und Packmaterial bestellen, lieber zehn Kartons zu viel als drei zu wenig
- Halteverbotszone für die alte und die neue Adresse beantragen lassen
- Termin beim Bürgeramt am neuen Wohnort buchen, sobald das Einzugsdatum steht
- Nachsendeauftrag bei der Post beauftragen, damit er ab dem Umzugstag greift
- Strom, Gas, Internet und Versicherungen ummelden oder neu abschließen
- Aussortieren, verkaufen, verschenken; jeder nicht transportierte Kubikmeter spart Geld
- Sperrmüll und Elektrogeräte anmelden, die nicht mitkommen
Zwei Wochen vorher: packen und beschriften
Jetzt wird gepackt, und zwar von hinten nach vorne: erst der Keller, dann die Bücher, dann die Kleidung außerhalb der Saison, zuletzt Küche und Bad. Ein Fernumzug verzeiht dabei weniger als ein Stadtumzug, weil die Ladung stundenlang unterwegs ist. Kartons müssen voll und fest sein, sonst geben sie unter der Last der oberen Lagen nach.
Beschriften Sie an der Seitenwand, nicht auf dem Deckel. Im Wagen stehen die Kartons gestapelt, und was oben steht, sieht am Zielort niemand. Auf jeden Karton gehören Raum und Inhalt in Stichworten.
- Eine Kiste mit Papieren, Ladegeräten, Werkzeug und Medikamenten getrennt halten
- Zimmer für Zimmer packen, nie mehrere Räume in einen Karton mischen
- Jeden Karton an der Seite mit Zielraum und Inhalt beschriften
- Möbel abbauen, Schrauben in Beutel packen und am jeweiligen Möbel befestigen
- Waschmaschine mit den Transportsicherungen sichern, Trommel festsetzen
- Pflanzen, Aquarien und Tiere getrennt planen, die fahren nicht im Möbelwagen mit
- Nachbarschaft über den Umzugstag informieren, das erspart Diskussionen im Hausflur
Der Umzugstag
Am Umzugstag entscheidet sich, ob die Vorbereitung gestimmt hat. Wenn die Kartons beschriftet sind und die Halteverbotszone frei ist, läuft das Verladen zügig. Ihre Aufgabe ist an diesem Tag weniger das Tragen als das Sortieren: Sie sagen, was mitkommt, was stehen bleibt und wohin welcher Karton in der neuen Wohnung soll.
Zwei Dinge dürfen dabei nicht untergehen, weil sie später bares Geld wert sind: die Zählerstände und das Übergabeprotokoll. Beides wird schriftlich festgehalten, beides mit Fotos belegt. Wer eine Wohnung ohne Protokoll übergibt, streitet Monate später über Kratzer, die er nie verursacht hat.
Planen Sie den Tag außerdem großzügiger, als die reine Ladezeit vermuten lässt. Zwischen dem letzten Karton in der alten Wohnung und dem ersten in der neuen liegt bei einer Fernstrecke die komplette Fahrzeit, und bei weiten Zielen wird erst am Folgetag abgeladen. Sorgen Sie dafür, dass an beiden Adressen jemand erreichbar ist, dass die Halteverbotszonen tatsächlich frei geräumt sind und dass Getränke und etwas zu essen greifbar bleiben.
- Vor dem Verladen alle Zählerstände ablesen und mit Datum notieren
- Fotos von jedem Zähler und von allen Räumen der alten Wohnung machen
- Übergabeprotokoll gemeinsam mit der Vermietung ausfüllen und unterschreiben
- Schlüssel vollständig übergeben und die Anzahl im Protokoll festhalten
- In der neuen Wohnung ebenfalls Zählerstände notieren und Mängel protokollieren
- Beim Abladen sagen, in welchen Raum welcher Karton gehört
- Vor dem Abfahren des Teams prüfen, ob nichts im Wagen zurückbleibt
Die erste Woche danach
Nach dem Umzug bleibt eine kurze Liste, die trotzdem Termine hat. Der wichtigste Punkt ist die Anmeldung am neuen Wohnort, die in der Regel binnen zwei Wochen erfolgen soll. Alles andere lässt sich in Ruhe abarbeiten, aber nicht vergessen.
Nehmen Sie sich außerdem einen Abend für die Papiere: Wer die Rechnungen, das Übergabeprotokoll und die Zählerstände in eine Mappe legt, findet sie wieder, wenn die Nebenkostenabrechnung kommt oder die Kaution zurückgefordert werden muss.
- Anmeldung beim Bürgeramt wahrnehmen, mit Wohnungsgeberbestätigung und Ausweis
- Zählerstände an die Versorger melden, alt wie neu
- Adresse bei Bank, Arbeitgeber, Krankenkasse und Versicherungen ändern
- Fahrzeug ummelden, falls eines vorhanden ist
- Gemietete Kartons und Decken zur Abholung anmelden
- Kaution der alten Wohnung im Blick behalten und Fristen notieren
Was bei der Planung immer wieder gefragt wird
- Wie früh sollte ich einen Fernumzug buchen?
- Sechs bis acht Wochen vorher ist ein guter Zeitpunkt. Dann sind Besichtigung, Angebotsvergleich und Halteverbotszone ohne Druck zu schaffen. Zum Monatsende und in den Sommermonaten sind die Termine knapper, dort lohnt noch mehr Vorlauf.
- Wann muss die Halteverbotszone beantragt werden?
- Die Anmeldung erfolgt mindestens vier Werktage vorher, in der Praxis planen wir mehr Vorlauf ein. Denken Sie an beide Enden der Strecke: Am Zielort ist die Zone oft wichtiger, weil Sie die Parksituation dort nicht kennen.
- Was tun, wenn zwischen Auszug und Einzug Wochen liegen?
- Dann wird eingelagert. Wir holen den Hausstand ab, lagern ihn trocken und verschlossen ein und stellen ihn zum Wunschtermin an der neuen Adresse zu. Bei Fernumzügen ist diese Lücke eher die Regel als die Ausnahme.
- Wie viele Kartons brauche ich?
- Als grobe Rechnung ein bis zwei Kartons je Quadratmeter Wohnfläche, bei vielen Büchern mehr. Bestellen Sie eher zu viel: Ein leerer Karton kostet wenig, ein fehlender kostet am Packtag einen halben Abend.
- Warum sind die Zählerstände so wichtig?
- Weil sie die Grenze zwischen Ihrer und der nächsten Abrechnung ziehen. Ohne notierten und fotografierten Stand zahlen Sie im Zweifel Verbrauch mit, der nach Ihrem Auszug entstanden ist. Das betrifft Strom, Gas und Wasser in beiden Wohnungen.
- Muss ich beim Umzug selbst dabei sein?
- Ja, zumindest eine Person sollte an beiden Adressen ansprechbar sein. Es gibt am Umzugstag laufend Entscheidungen: was mitkommt, was stehen bleibt, wohin welches Möbel soll. Ohne diese Auskunft wird geraten, und Geraten kostet Zeit.
- Lohnt sich ein Umzug unter der Woche?
- Terminlich ja, preislich macht es bei uns keinen Unterschied. Für Fernstrecken zählt die Entfernung, nicht der Wochentag. Unter der Woche ist die Auswahl an freien Terminen aber größer als am Monatsletzten oder am Samstag.
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